Moose

Kurs über einheimische Moose in Hintersteinenberg 12.+13. Februar 2011

 

Man muss schon ganz schön "speziell" sein, um sich ein komplettes Wochenende, mehrere Stunden Autobahn, viele, viele Kilometer und wenig Schlaf zu geben, um an einem solchen Event teilzunehmen. Das bin ich dann wohl...und zwar gerne!

Am Freitag, 11.2.2011 lud ich meine "Jungs" (Mann Frank und Sohn Simon) in unser erst kurz zuvor stolz erstandenes Wohnmobil und steuerte gen Süden. Zwischenstopp war Stuttgart. Dort quartierten wir uns bei meiner Schwester und ihrer Familie ein.

Der nächste Morgen begann für mich um 7Uhr. Der nicht-moosbegeisterte Teil meiner Verwandtschaft- somit der ganze Rest im Haus- konnte ausschlafen. 63km trennten mich vom Ziel: Gasthof Lamm in Hintersteinenberg- ein richtig kleines Örtchen bei Schwäbisch Gmünd. Man gut, dass es Navis gibt... sonst wäre ich vermutlich immer noch auf der Suche.

Mit mir fanden sich 13 weitere Teilnehmer ein. Es war eine bunt gemischte nette Gruppe. Nach Vorstellungsrunde und ersten einleitenden Worten von Lothar ging es auch schon raus in die schöne Natur. Material besorgen. Das war gar nicht so einfach. In Windeseile, quasi an jedem ollen Stein- oder an jedem x-beliebiegen Baum krabbelte anderes Moos dran rum. Ich hatte Mühe, so schnell Proben aufzunehmen und sinnvoll zu beschriften.

Im Wald selbst war die Taktzahl keine andere, aber ich hatte mich schon soweit organisiert, dass ich fast mühelos hinterher kam. So Streber haben es aber auch nicht gerade leicht. Wenn man alles auch wirklich HABEN will, muss man sich eben auch mal ein bischen anstrengen.

Wieder zurück im Gasthof war ich um ca. 30 verschiedene Moose reicher. Und der Erkenntnis, dass ich zwar schon einige Moose erkenne- und auch wiedererkannt habe- aber noch echt viiiiiiiiiiiiiele lernen kann. Einer meiner Mitstreiter seufzte: "....ach, was war mein Leben doch vorher glücklich, bevor ich wußte, was es so alles gibt...".

Nach dem Mittagessen folgten Theorieblocks über allgemeines zu Moosen und natürlich Besprechung unserer Funde. Die Zeit verging wie im Flüge. Besonders interessant war das Einbringen der Vergrößerungslupe, mit der spezielle Bestimmungsmerkmale über Beamer und Leinwand für alle Teilnehmer sichtbar gemacht wurden. So ein Wassersack vom Lebermoos ist schon ein cooles Bild in groß...

Viel zu schnell war die offizielle Kurszeit zuende. Im kleinen Kreis saßen wir noch eine Weile zum Fachsimpeln zusammen und dann ging es auch wieder zurück in meine Stuttgarter Zwischenstation.

Auch der Sonntagmorgen begann für mich (Langschläfer) gefühlt mit den Hühnern... Aber so ein Stuttgart ist zum Glück sowas von leer um die Uhrzeit. Da macht Autofahren richtig Laune. Flotte Musik, Navi kennt den Weg, was will man mehr.

Heute waren wir eine kleinere Gruppe. Etwa die Hälfte der Teilnehmer hatten nur einen Tag Mooskurs gebucht. Für uns Doppeluser natürlich eine tolle Gelegenheit, umso intensiver alle offenen Fragen mit Lothar besprechen zu können.

Bald ging es auch schon wieder in die Natur. Diesmal bewegten wir uns teilweise in einem Naturschutzgebiet. Selbstverständlich mussten wir uns hier bei der Probenaufnahme deutlich zurückhalten. Dennoch konnten wir auf dem Weg hin und zurück an nicht geschützten Stellen wieder unglaublich viele verschiedene Arten auffinden.

Fortsetzung folgt...Fotos auch

Die aufgefundenen Moose sollen über kurz oder lang einzeln in Untermenüs wie schon begonnen behandelt werden. Es ist eine Frage der Zeit, wann ich dazu komme, dieses aufzuarbeiten. Ich glaube, bei dem, was ich jetzt hier schon bestimmt und grob beschriftet in getrockneter Form an Material vorliegen habe, wird es eine Lebensaufgabe. Das tolle an Moosen ist, dass sie jederzeit für Fotos und Mikroskopie durch Bestäuben mit Wasser wiederbelebt werden können. Somit habe ich durch diesen Kurs eine Sammlung von unschätzbarem ideellem Wert.

Großes Danke an Lothar: Mein eigenes "kleines" Herbarium wird irgendwann hier online zu finden sein.